Wie steht es?

(Update 25.6.2023) Da keinerlei positive Rückmeldung oder Anhaltspunkt eintraf, habe ich nach meinen ersten Tagen in Freiburg und Walporzheim, doch das kleine Allzweckzimmer bei meiner Mutter bezogen und die dortige Schlafcouch genutzt. Jetzt, nach zwei Wochen, haben wir resümiert, dass das doch ganz gut geklappt hat; entgegen der Befürchtungen nach dem Fazit des letzten Jahres. Irgendwie ist die Situation entspannt und das Miteinander in dieser vorübergehenden Dreier-WG gelingt gut. Auch durch die unterschiedlichen Tagesabläufe und Rhythmen. Ende Juni steht erst einmal ein Wechsel durch meine Rundreise bevor, so dass ich für ca. drei Wochen unterwegs sein werde und die verbleibenden Wochen im Anschluss werden durch weitere Kurzausflüge entzerrt.

Vorteil dieser Situation ist, dass ich dadurch viel Zeit bei der Tafel verbringen konnte und noch kann, was ja gleichzeitig auch dazu führte, dass ich täglich mehrere Stunden aus der Wohnung war. Da es dort genug zu tun gab, gibt und geben wird und ich ausreichend finanzielle Unterstützung durch meine Mutter und ihren Mann bekomme, kann ich mich stark dort einbringen und habe auch die Suche nach Erwerbsarbeiten abgebrochen. Einen entsprechenden Einblick in der sozialen Branche zu bekommen, reizt mich dennoch, aber ob ich das dieses Jahr zum Beispiel bei Bethel noch versuche, weiß ich nicht.

Ich lasse mein Gesuch von Anfang Juni 2023 einfach unverändert unten stehen. Es kommen ja noch weitere Jahre und die Idee finde ich weiterhin gut und wert auszuprobieren.

Worum ging es?

Ich suche für ca. drei Monate (von Anfang Juni bis Ende August) eine Unterkunft in Bielefeld (bevorzugt Schildesche) ohne Bezahlung. Mir reicht ein separater Schlafplatz mit Zugang zu Dusche und WC und eine Küchennische mit Kühlschrank, idealerweise auch Strom und Internetzugang.
Es kann innerhalb einer Wohngemeinschaft sein, bei einer Familie oder auch Einzelperson. Auch kürzere Zeiträume würden mir helfen.

Über mich

Ich bin Jan, bald 43 Jahre alt, und lebe seit elf Jahren nicht mehr in Deutschland, sondern in Spanien, aber auch dort ohne festen Wohnsitz.

Im Frühjahr 2012 bin ich mit Zwischenstopps in Frankreich nach Spanien gereist und habe nach Ökoprojekten und Gemeinschaften gesucht, in denen ich mich einbringen könnte. Ich wollte ausprobieren einfach und unabhängiger zu leben, nachhaltiger und direkter, und herausfinden, ob ich meine Bedürfnisse nicht auch auf anderen Wegen erfüllen kann. Was und wie wenig brauche ich wirklich, um zufrieden und glücklich zu sein?

Das Vorhaben ist nicht ganz aufgegangen, aber ich habe ein Modell für mich entwickelt, mit dem ich sehr gut klar komme. Seit 2016 habe ich eine Art nomadische Routine entwickelt: Über das Jahr verteilt bin ich im Wechsel auf den immer selben Fincas - auf manchen nur für ein paar Wochen, auf anderen für ein paar Monate -, auf denen jeweils nur 1-3 Personen dauerhaften selber leben und helfe bei allen Tätigkeiten, die anfallen. Im Gegenzug bekomme ich Unterkunft und Verpflegung. Es sind längst Freundschaften entstanden und ich betrachte und behandle die Orte jeweils wie mein Zuhause.

Mit der Zeit habe ich mir allerlei handwerkliche Fähigkeiten angeeignet, die beim Bauen, Konstruieren, Instandhalten, Reparieren und Verschönern von Nutzen sind. Meist bin ich draußen tätig, mit der Landschafts-, Garten- und Baumpflege beschäftigt, von Aufzucht bis Ernte. Mein Wirken und Schaffen ist also unmittelbar und dient der Biodiversität an Ort und Stelle.

Diese körperlichen Tätigkeiten ermöglichen mir leicht meiner Leidenschaft fürs Nachdenken und Philosophieren nachzugehen und mich mit allerlei Themen zu beschäftigen. Ich bin Interessiert an Wissenschaft im Allgemeinen, an Psychologie im Speziellen, dem menschlichen Miteinander, Kommunikation, gesellschaftspolitischen Entwicklungen, anderen Sicht- und Lebensweisen. Und natürlich daran mich über all das mit anderen auszutauschen.

Ich finde das Wortspiel Humor sapiens eine gelungene Selbstbeschreibung für mich, da ich neben meiner rationalen Herangehensweise in allem auch die Komik sehen kann. Ich kenne mich nicht mit schlechter Laune und gehe zuversichtlich und stoisch durchs Leben; deshalb wohl auch dieser Versuch hier.

Der Hintergrund

Im Sommer reise ich in der Regel nach Deutschland, um Familie und Freunde zu besuchen. Trotz aller modernen Kommunikationsmöglichkeiten über die Ferne, ist mir die direkte Begegnung unersetzlich. Bisher waren es insgesamt meist wenigen Wochen, verteilt auf unterschiedliche Orte. So war die Anzahl der jeweiligen Übernachtungen überschaubar und der Ausnahmezustand, für ein paar Tage zusammen zu wohnen, obwohl nicht dafür ausgelegt, für alle Beteiligten erträglich.

Da ich dieses Mal deutlich länger bleiben möchte, suche ich nach einer Möglichkeit das Miteinander zu entspannen und deshalb nach einer separaten Unterkunft. Somit sollte auch diese derartig sein, dass keine große gegenseitige Beeinträchtigung im Alltag erfolgt.

Warum Bielefeld?

Meine Mutter lebt im Stadtteil Schildesche und mit ihr würde ich gerne viel Zeit verbringen. Außerdem habe ich bereits letztes Jahr ehrenamtlich bei der Berliner Tafel geholfen und möchte das dieses Jahr wiederholen.
Da ich mit dem öffentliche Nahverkehr zufrieden bin, schließe ich auch andere Stadtteile nicht grundsätzlich aus. Ein Fahrzeug habe ich nicht zur Verfügung, aber frage hiermit gleichzeitig leihweise nach einem einfachen Fahrrad für diese Zeit.

Und die Gegenleistung?

Gerne würde ich die Nutzung auf geldfreie Weise abwickeln, um andere Formen der Lebensgestaltung und des Miteinanders auszuprobieren. Ich verweigere Geld nicht grundsätzlich, sehe es aber als Ersatz für Vertrauen und suche immer wieder Gelegenheit es nicht zu nutzen, um stattdessen meine zwischenmenschliche Interaktion zu fördern und meine Kreativität herauszufordern. (So wie ich es beispielsweise beim Reisen per Anhalter erlebe.)

Natürlich habe ich auch die komfortabelste Variante im Sinn: Jemand, der genug Platz oder Räumlichkeit zur Verfügung hat und auf keinerlei Gegenleistung angewiesen ist. Sicherlich würde ich bei Bedarf dennoch zur Hand gehen, aber die mir dadurch geschenkte Zeit dann selber wieder helfend einsetzen. Wenn ich für meine Unterkunft keinen direkten Austausch aufbringen muss, würde ich häufiger bei der Tafel helfen und/oder mit weitere ehrenamtliche Aufgaben suchen. (Auch hier bin ich für alle Vorschläge offen.)

Der direkte Austausch ist eine weitere Variante. Für meine Unterkunft helfe ich gerne im Haushalt. Sei es reinigen, aufräumen, reparieren, jede Art von Gartenarbeit oder Erledigungen, die sich ohne Auto bewerkstelligen lassen. Betreuung von Kindern, Haustieren und Personen, die darauf angewiesen sind. (Allerdings habe ich keinerlei Erfahrung mit Pflege oder medizinischer Unterstützung. Aber spielen, vorlesen, zuhören und erzählen geht immer. Ich kann mich auch in Englisch und Französisch sehr gut und in Spanisch ausreichend verständigen.)

Ich bin auch bereit an anderer Stelle eine Gegenleistung für meine Unterkunft zu erbringen. Irgendwelche Hilfsarbeiten, körperliche Tätigkeiten wie Umzüge, Botengänge; auch das Gestalten einfacher Webseiten gelingt mir offenbar und möglicherweise können auch meine Kenntnisse als gelernter Fachinformatiker von Nutzen sein. Was auch immer.

Ich könnte natürlich für die Unterkunft tage- oder wochenweise zahlen, wenn mir gleichzeitig eine bezahlte Arbeit angeboten wird, der ich nachgehen kann. Und die darf auch gerne offiziell sein.

Bestimmt gibt es noch Varianten, die mir noch nicht in den Sinn gekommen sind, aber in allen Szenarien könnte ich mir vorstellen zumindest die Nebenkosten aufzubringen, also anteilig zu bezahlen, was ich an Strom und Wasser verbraucht haben werde.

Meine Nutzungsabsicht

Vorwiegend suche ich eine Unterkunft, um einen gemütlichen Schlafplatz zu haben und meine überschaubaren Habseligkeiten abzustellen. Ich gehe eher spät ins Bett und bleibe lange liegen. Je nach Lage und Wetter werde ich vermutlich häufig ein- und ausgehen. Die Zeit drinnen verbringe ich meist still an meinem Reisecomputer. Weder rauche ich irgendetwas, noch trinke ich Alkohol. Kochen würde ich eher selten und wenn dann auch nur sehr einfach und fettfrei. Ich halte mich für ruhig, sauber, ordentlich und rücksichtsvoll. Bei meiner Abreise würde ich alles anständig reinigen.

Kontaktmöglichkeit

Da ich derzeit eher schwer telefonisch erreichbar bin, bitte ich um die Kontaktaufnahme per E-Mail an bi‑aufenthalt@jandieckmann.de oder die Nutzung des Kontaktformulars. (Ich bevorzuge das Du, aber ich sieze genauso gut.)




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